Antragsverfahren für lokale Frequenznutzungen im 26 GHz Bereich gestartet

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Mit der Verfügbarkeit von Frequenzen in den 3,5-GHz- und 26-GHz-Bänder hält die Industrie den Schlüssel zur Ausschöpfung des vollen Potenzials von 5G in der Hand.

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat am 01.01.2021 das Antragsverfahren für lokale breitbandige Frequenznutzungen im 26-GHz-Bereich gestartet. Somit stellt die BNetzA das gesamte Frequenzband (24,25 - 27,5 GHz) gleichermaßen für die Nutzung durch industrielle und private Akteure sowie Mobilfunknetzbetreiber für grundstücksbezogene und grundstücksübergreifende Anwendungen bereit. 

Die Frequenzzuteilung erfolgt auf Antrag. Sämtliche Anträge auf Zuteilung, die bis zum 31.03.2021 vorgelegt werden, gelten als gleichzeitig eingereicht (Tag-Eins-Verfahren). Für Anträge, die nach dem 31.03.2021 eingehen, gilt das "first-come-first-serve"-Verfahren. Die Bundesnetzagentur hat keine Spektrumskappe oder maximale Größe für das beantragte Gebiet festgelegt.  Alle Zuteilungen sind längsten bis zum 31. Dezember 2040 befristet.

Die Zuteilungen im 26-GHz-Band erfolgt zur Zukunftssicherung und im Sinne eines Technologiewettbewerbs technologie- und dienstneutral.

Verwaltungsvorschrift, die Antragsformblätter und Informationen zu den Gebühren sind auf der Webseite der Bundesnetzagentur unter www.bundesnetzagentur.de/lokalesbreitband abrufbar.

Eine Übersicht der Zuteilungsinhaber wird frühestens im April 2021 seitens der Bundesnetzagentur bereitgestellt.

 

Gebührenberechnung 

Die Bundesnetzagentur hat die Gebühren für die Frequenzzuteilung für lokale, breitbandige Anwendungen nach folgender Formel festgelegt:

Gebühr = 1000 + B * t * 0,63 * (6a1 + a2).

  • 1.000 gibt den Sockelbetrag in Euro an,
  • B bezeichnet die Bandbreite in MHz (min. 50 MHz),
  • t die Laufzeit der Zuteilung in Jahren (z.B. 15 Jahre),
  • a die Fläche in km² mit einer Differenzierung zwischen der Siedlungs- und Verkehrsfläche (a1) und anderen Flächen (a2)

 

Beispiele der Bundesnetzagentur für Gebührenberechnungen:

 

Ausschöpfung des vollen Potenzials von 5G für die Industrie 4.0

Das 26-GHz-Band bietet enorme Möglichkeiten für die Entwicklung und den Einsatz von industriellen 5G-Anwendungen. Ab dem 1. Januar 2021 stehen der Industrie mit Beginn des Antragsverfahrens für lokale, breitbandige Frequenznutzungen bis zu 3,25 GHz Bandbreite im Millimeterwellenband zur Verfügung. Dadurch wird die Einführung von Enhanced Mobile Broadband (eMBB) und Ultra Reliable Low-Latency Communications (URLLC) Hotspots-Nutzungsszenarien in Unternehmen und Fabriken stark vorangetrieben. Die sogenannte Millimeterwellen haben kurze Reichweiten und ermöglichen dadurch Konnektivität mit Multigigabit-Datenraten und niedrigen Latenzzeiten bei gleichzeitiger dichter räumlicher Wiederverwendung und flexiblen Frequenzkonfigurationen. 

Der kommerzielle Einsatz von 5G-NR Endgeräten im 26,5 - 29,5 GHz Band hat bereits in mehreren Ländern weltweit begonnen. Es wird erwartet, dass Chipsätze und Netzwerkgeräte, die das gesamte 26-GHz-Band, d. h. von 24,25 bis 27,5 GHz, unterstützen, bis Mitte 2021 auf dem Markt verfügbar sind.

 

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