Retrofit macht Maschinen „futurefit“

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Modernisierung von Bestandsanlagen kann die Wertschöpfung im Betrieb steigern, VDMA unterstützt Mitgliedsunternehmen bei wichtigen Fragestellungen

Was machen Maschinenbauer und Endanwender mit den Maschinen, die schon lange im Einsatz sind und einer Nutzung im Sinne von Industrie 4.0 im Wege stehen? „Für Maschinenbauer sind Umbauten oder Modernisierungen, also das sogenannte ,Retrofit‘ von Bestandsanlagen, meist vorteilhafter als Investitionen in eine neue Maschine“, sagt Peter Früauf, stellvertretender Geschäftsführer VDMA Elektrische Automation. „Außerdem sollten bestehende Maschinen durch geeignete Ergänzungen in die Lage versetzt werden, neue Anforderungen im Zuge der Digitalisierung zu erfüllen. Damit kann auch ein weitreichender Austausch des Maschinenbestands vermieden werden.“ Der VDMA widmet sich dem Thema intensiv und arbeitet an einem Leitfaden zum Thema Retrofit bzw. Futurefit.

Retrofit ist oft die wirtschaftlichere Lösung

Das Verbesserungspotenzial in Produktionsumgebungen durch die Nutzung intelligenter Automatisierung ist groß. Durch einen höheren Automatisierungsgrad lässt sich die Wertschöpfung mit Bestandsanlagen steigern. „Da ältere Maschinen oftmals bereits abgeschrieben sind, ist der wirtschaftliche Effekt einer gesteigerten Produktivität – ohne größere zusätzliche Investitionen – sehr interessant und hilfreich, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen“, sagt Florian Löber, Referent VDMA Elektrische Automation.

Darüber hinaus sind für die Durchführung eines Retrofits im Vergleich zur Neuanschaffung einer Maschine keine langwierigen Genehmigungsverfahren nötig. Kostenintensive Um- oder Neubauten der Fertigungshallen sind ebenfalls nicht erforderlich. Außerdem ist der Schulungsaufwand nach einem Retrofit im Vergleich zur Neuanschaffung viel geringer, da die Grundfunktionalität der Maschine erhalten bleibt.

Rechtssicherheit und CE-Konformität trotz Retrofit

Eine wichtige Frage im Zusammenhang mit Retrofit ist, ob jede Maschine auf einen aktuelleren Stand gebracht werden kann. Es geht dabei meist um das Wissen über Alter der Maschine, fehlendes CE-Kennzeichen oder mangelnde Dokumentation. „Diese Frage ist nicht pauschal mit ja oder nein zu beantworten“, sagt Früauf. „Eine individuelle Betrachtung der Maschine ist stets erforderlich.“ Der VDMA unterstützt seine Mitgliedsunternehmen unter anderem bei diesen Fragestellungen und liefert neben spannenden Veranstaltungsformaten auch Praxiswissen aus der Branche.

Mehr Informationen finden Sie unter ea.vdma.org

 

 

Der VDMA vertritt mehr als 3200 Unternehmen des mittelständisch geprägten Maschinen- und Anlagenbaus. Mit 1,35 Millionen Erwerbstätigen im Inland und einem Umsatz von 226 Milliarden Euro (2017) ist die Branche größter industrieller Arbeitgeber und einer der führenden deutschen Industriezweige insgesamt.