Pressemitteilungen zur sps ipc drives

VDMA

Die Presseinformationen zur sps ipc drives der Elektrischen Automation.

Nürnberg, 29. November 2017 – Nach den vorliegenden Zahlen für die ersten neun Monate sind im Jahr 2017 sowohl der Auftragseingang mit plus 14 Prozent als auch der Umsatz mit plus 13 Prozent deutlich angestiegen. „Der anhaltende Aufwärtstrend in der Elektrischen Automation wird sich auch im nächsten Jahr fortsetzen“, erklärt Peter Früauf, stellv. Geschäftsführer im VDMA Elektrische Automation. In den Bereichen Auftragseingang und Umsatz wird das Gesamtjahr 2017 einen Zuwachs im zweistelligen Bereich zeigen. Die größten Impulse kamen aus dem Ausland (Auftragseingang und Umsatz jeweils plus 16 Prozent), wobei der Wirtschaftsraum außerhalb der Euro-Zone mit jeweils plus 19 Prozent starke Impulse lieferte.

Alle Teilbereiche in der Elektrischen Automation zeigen deutlich nach oben. Der Bereich Sensorik weist eine Steigerung des Auftragseingangs von plus 12 Prozent und einen Umsatzzuwachs von 11 Prozent auf, die Steuerungstechnik verbucht plus 3 Prozent im Auftragseingang und plus 9 Prozent im Umsatz. Vor allem der Bereich Sonstige Erzeugnisse überzeugt mit einem Auftragseingang von plus 27 Prozent sowie einem Umsatzzuwachs von mehr als 20 Prozent. Impulse kommen auch aus China. Dort hat der VDMA Elektrische Automation seine Aktivitäten intensiviert. „Anfang November gab es erstmals in Shanghai ein Management-Meeting der in China aktiven Mitgliedsfirmen. Dieser erfolgreiche Dialog wird in den kommenden Jahren fortgesetzt“, sagt Rainer Glatz, Geschäftsführer im VDMA Elektrische Automation.

Die Branche erwartet für 2018 ebenfalls einen Anstieg, der vergleichbar zu den vergangenen Jahren sein dürfte. Allerdings bleiben einige Unsicherheitsfaktoren bestehen, etwa die Folgen des Brexits oder die unklare Wirtschaftspolitik der USA.

Elektrische Automation als Vorreiter bei Industrie 4.0

Der VDMA Elektrische Automation vertritt mehr als 220 Automatisierungsunternehmen. Für seine Mitglieder bietet der Fachverband Hilfestellungen und Anleitungen auf einem erfolgreichen Weg zur digitalen Fabrik. „Die im VDMA abrufbaren Leitfäden und Beispieldarstellungen unterstützen die Unternehmen, eigene Potentiale zu identifizieren und umzusetzen“, erläutert Dr. Thomas Bürger, Vorstandsvorsitzender des VDMA Elektrische Automation. Die vorhandenen Lösungsansätze bieten das Potential, die Firmen auf den Weg hin zur zunehmenden Digitalisierung und Industrie 4.0 zu leiten. Digitalisierung und Vernetzung von Produkten und Produktion bieten Chancen für neue Geschäftsmodelle.

Über den VDMA Fachverband Elektrische Automation

Der Fachverband Elektrische Automation bietet die Plattform, mit Kunden und Lieferanten, Wettbewerbern und Technologiepartnern zusammen zu arbeiten. Er schafft den direkten Zugriff auf die Kundenbranchen im Maschinen- und Anlagenbau. Unsere Mitglieder erhalten umfangreiche Informationen aus den Kundenbranchen im Maschinen- und Anlagenbau und Zahlen über die elektrische Automation. Ihnen steht das komplette Dienstleistungsangebot des VDMA zur Verfügung, unter anderem aus den Bereichen Technik und Umwelt, Recht und Wettbewerbsordnung, Außenwirtschaft.

 

Haben Sie noch Fragen? Rainer Glatz, Geschäftsführer VDMA Fachverband Elektrische Automation, Telefon (069) 66 03-1627, rainer.glatz@vdma.org, beantwortet sie gerne. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter http://ea.vdma.org.

Nürnberg, 29. November 2017 – Der VDMA Elektrische Automation erarbeitet mit dem Einheitsblatt 66415 eine „Universelle Anwender-Datenbasis“ als gemeinsame Informationsübersicht. Das Datenblatt dient allen am auftragsbezogenen Engineering-Prozess beteiligten Arbeitsplätzen (Gewerke, Unternehmen, Personen) im Maschinen und Anlagenbau. Im Rahmen der Automatisierungsmesse sps ipc drives unterzeichnen dazu der VDMA Elektrische Automation und AutomationML e.V. eine Absichtserklärung („Memorandum of Understanding“) zur Erarbeitung einer Automation Markup Language VDMA 66415 Application Recommendation.

„Wir wollen das Engineering der automatisierungstechnischen Ausrüstung von Maschinen und Anlagen fit für Industrie 4.0 und die Fabrik der Zukunft machen. Unser Ziel ist es, mit dem VDMA-Einheitsblatt 66415 eine branchen- und disziplinenübergreifende generische Grundlage zu schaffen, die den Anforderungen aller Beteiligten gerecht wird. Einerseits soll der Bedarf der Maschinenbauanwender nach einer einfachen, transparenten, individuell konfigurierbaren Lösung erfüllt werden. Gleichzeitig soll VDMA 66415 durch die Abbildung im Datenformat AutomationML die Anforderungen der Software-Hersteller an ein maschinenlesbares Format erfüllen“, erklärt Rainer Glatz, Geschäftsführer des VDMA Elektrische Automation.

Exceltabellen Ade

Ziel des VDMA-Arbeitskreises „Engineering“ ist die Definition (Inhalt, Struktur und Anwendung) einer zentralen Anwender-Projektierungsdatenhaltung und ‑übersicht, die zudem auch von softwarebasierten Werkzeugen elektronisch geschrieben und gelesen werden kann. Damit sollen zum einen die heute meist verwendeten Tabelleneditoren in Zukunft durch moderne Editor-Werkzeuge ersetzt werden können. Gleichzeitig soll die elektronische An- bzw. Einbindung aller Informationen in die übergeordnete elektronische Datenhaltung ermöglicht werden. Insbesondere auch die Einbindung von Informationen, die von am Engineering-Prozess Beteiligten stammen - wie beispielsweise Unterlieferanten, die aus technischen Gründen nicht über eine Schnittstelle angebunden werden können.

Kooperation für beide Seiten sinnvoll

„Industrie 4.0 wird alle Lebensphasen einer Maschine nachhaltig verändern“, sagt Dr. Michael Hoffmeister, Festo AG & Co. KG und Obmann VDMA Arbeitskreis Engineering. „Dies reicht vom Engineering bis zum Betrieb sowie der Wartung und erfasst sowohl die Maschine als Ganzes als auch ihre Bestandteile, die sinnvoll zusammenspielen müssen. Im Engineering kommen hier AutomationML und VDMA 66415 ins Spiel, die im Zusammenwirken diese Strukturen nachhaltig und werkzeugübergreifend abbilden können. Beide Spezifikationen werden heute schon für die zukünftigen Verbundkomponenten der Industrie 4.0 berücksichtigt. Unsere Kooperation ist deshalb sehr sinnvoll, denn beide sind neutral und ergänzen sich”, erklärt Hoffmeister. “Das VDMA-Einheitsblatt 66415 liefert den applikativen Inhalt, AutomationML das Datenformat.”

Dr. Andreas Gössling, Vorsitzender des AutomationML e. V., erläutert: “Unser Ziel ist die Entwicklung und Verbreitung des Datenaustauschformates als Basis für eine einheitliche Dateninfrastruktur entlang des gesamten Entwurfsprozesses von Produktionssystemen. Dabei entsteht ein offenes, neutrales und XML-basiertes Datenaustauschformat, das für jedes Unternehmen zur freien Anwendung verfügbar ist. Dieses Format wird im Rahmen der IEC 62714 standardisiert und zeichnet sich durch eine Trennung von Syntax (Datenmodellierung) und Semantik (Datenbedeutung) aus“, so Gössling weiter. „Bei unserer Arbeit sind wir bestrebt, bestehende sowie in Entwicklung befindliche Standards, die Informationsbedeutungen (Semantiken) vorgeben, so weit wie möglich zu berücksichtigen, um Redundanzen zu vermeiden und von vorhandener Expertise zu profitieren.“

Prof. Dr.-Ing. Arndt Lüder, AutomationML e. V., begleitet die Arbeiten am VDMA-Einheitsblatt von Anfang an: „VDMA 66415 gibt für die Planungsinformationen von Projekten im Maschinen- und Anlagenbau die relevanten Daten, ihre Strukturierung und das Nutzungsvorgehen an. Dabei werden insbesondere Semantiken für entsprechende Planungsobjekte festgelegt. Diese möchten wir gemeinsam in die Standardisierungsarbeiten einfließen lassen. Der VDMA besitzt einen umfassenden Wissensschatz bezüglich der Anforderungen im Maschinen- und Anlagenbau, wir können nur gemeinsam einen wirklich weitreichenden Nutzen für diese Anwender auf dem Weg zu Industrie 4.0 erbringen. Um das zu erreichen, wollen der VDMA Elektrische Automation und der AutomationML e. V. eng zusammenarbeiten. Das heutige Memorandum of Understanding schafft uns dafür die notwendige gemeinsame Basis.“

 

Über den VDMA Fachverband Elektrische Automation

Der Fachverband Elektrische Automation bietet die Plattform, mit Kunden und Lieferanten, Wettbewerbern und Technologiepartnern zusammenzuarbeiten. Er schafft den direkten Zugriff auf die Kundenbranchen im Maschinen- und Anlagenbau. Unsere Mitglieder erhalten umfangreiche Informationen aus den Kundenbranchen im Maschinen- und Anlagenbau und Zahlen über die elektrische Automation. Ihnen steht das komplette Dienstleistungsangebot des VDMA zur Verfügung, unter anderem aus den Bereichen Technik und Umwelt, Recht und Wettbewerbsordnung, Außenwirtschaft.
 

Über AutmationML e. V.

Ziel des AutomationML e.V. ist die Verbreitung und die Weiterentwicklung des AutomationML Datenformates als offener, neutraler und kostenfreier Industriestandard zum unternehmens- und gewerkeübergreifenden Austausch von Planungsdaten für Anlagen der Fertigungs- und der Prozessindustrie. Damit möchte der AutomationML Entwurfskosten senken, Entwurfsprozesseffizienz und -qualität erhöhen, Investments über offen verfügbare Informationsinhalte sichern, Markteintrittsbarrieren für spezialisierte Produkte und Services senken, den Informationsfluss entlang des gesamten Lebenszyklus der entsprechenden technischen Systeme verbessern und dessen Datenkonsistenz erhöhen.

 

Ansprechpartner:

Birgit Sellmaier, VDMA Elektrische Automation, Telefon +49 69 6603-1670,
birgit.sellmaier@vdma.org

Prof. Dr.-Ing. Arndt Lüder, AutomationML e. V., Telefon +49 391 67-51826, arndt.lueder@ovgu.de

 

  • Kapitalschäden sind die häufigste Folge von Security-Vorfällen
  • Keine Gefährdung für Mensch und Umwelt verzeichnet

Nürnberg, 29. November 2017 – Zum zweiten Mal hat der VDMA eine Studie zur „Industrial Security“ durchgeführt, deren Ergebnisse der VDMA auf der SPS IPC Drives veröffentlicht hat. „Rund 60 Prozent der Unternehmen erwarten in den nächsten Jahren eine steigende Anzahl von Security-Vorfällen. Bedrohlich sind diese heute schon, wie betroffene Unternehmen bestätigen. In den meisten Fällen sind Kapitalschäden (bei 50 Prozent) und Produktionsausfälle (bei 31 Prozent) die Folge“, berichtete Steffen Zimmermann, Leiter VDMA Competence Center Industrial Security. „Safety-relevante Vorfälle, bei denen Menschen oder die Umwelt gefährdet werden und die auf einen Security-Vorfall zurückzuführen sind, gab es in den vergangenen beiden Jahren erfreulicherweise jedoch nicht.“

Ausbaufähig ist in diesem Zusammenhang die breite Anwendung von anerkannten Standards zur Industrial Security. Vier von fünf der befragten Unternehmen kennen zwar mindestens einen der vier relevanten Standards, aber weniger als die Hälfte wendet diese auch an. Gegenüber der Studie aus dem Jahr 2013 zeigt sich damit gleichwohl eine deutliche Steigerung bei der Anwendung von Standards um 24 Prozent auf dieses Mal 41 Prozent.

TOP-10-Bedrohungen für die Produktion

Auf Basis der vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) veröffentlichten „TOP-10-Bedrohungen für Industrial Control Systems (ICS)“, bewerteten die Studienteilnehmer das Risiko für Ihr eigenes Unternehmen. Im Produktionsumfeld fühlen sich die Teilnehmer vor allem bedroht durch:

Aktuelle Rangfolge (Rang in Klammern: 2013)

1 (1)         Menschliches Fehlverhalten und Sabotage

2 (2)         Einschleusen von Schadsoftware auf Maschinen- und Anlagen

3 (neu)     Social Engineering und Phishing

4 (4,9)      Infektion mit Schadsoftware über Internet / Intranet

5 (3)         Technisches Fehlverhalten und höhere Gewalt

6 (10)       (D)DoS Angriffe

7 (neu)     Kompromittierung von Extranet und Cloud-Komponenten

8 (7)         Einbruch über Fernwartungszugänge

9 (neu)     Internet-verbundene Steuerungskomponenten

10 (neu)   Kompromittierung von Smartphones im Produktionsumfeld

„Da die größte Sorge dem menschlichen Fehlverhalten und der Sabotage gilt, sind organisatorische Schritte wie klar definierte Regelungen und Schulungen als wichtigstes Vorsorgepaket zu nennen, bevor großflächig in Techniklösungen investiert wird“, betonte Zimmermann. Bei vielen Teilnehmern basiert die Einschätzung der Bedrohungslage noch nicht auf einer fundierten Risikoanalyse. Erst knapp 50 Prozent der Umfrageteilnehmer haben dies getan und somit ein deutlicheres Bild über die Bedrohungslage für den Maschinen- und Anlagenpark erhalten.

Immer häufiger Standards im Einsatz

Standards haben im Maschinen- und Anlagenbau eine hohe Bedeutung. Auch die Verwendung von einschlägigen Security-Standards wie dem BSI-Grundschutz oder der IEC 62443 hat zugenommen. Durchschnittlich bereits zwei von fünf Unternehmen wenden im einen solchen Standard bei ihren Security-Aktivitäten an. Insbesondere die mangelnde Bekanntheit ist ein Hindernis für die Nutzung von standardisierten Vorgaben, vornehmlich bei kleineren Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern.

KRITIS(ch) beleuchtet – IT-Sicherheitsgesetz

Nach derzeitiger Definition des IT-Sicherheitsgesetzes ist keines der teilnehmenden Unternehmen unmittelbar von den Anforderungen dieses Gesetzes betroffen. Allerdings wird nahezu ein Fünftel der Teilnehmer aufgrund der Tätigkeit als Servicedienstleister, Komponentenlieferant oder Integrator indirekt davon berührt. Bei 29 Prozent der Befragten herrscht zu diesem Aspekt noch Unkenntnis.

Gütesiegel für Industrial Security – nein danke

Ein Gütesiegel für die „geprüfte“ Security-Qualität von industriellen IT-Systemen, vernetzten Komponenten und Maschinen steht für die Betreiber und Einkäufer aktuell nicht zur Debatte. Nur 3 Prozent der befragten Unternehmen können es sich bisher als „generell verpflichtendes Entscheidungskriterium“ für den Produkteinkauf vorstellen.

Anforderungen erwartet und Unterstützung gesucht

Die meisten Teilnehmer erwarten zukünftig weitere Anforderungen an die Industrial Security. Besonders die nationale und internationale Gesetzgebung (66 Prozent), Kunden (64 Prozent) und Standardisierungsorganisationen wie DIN oder ISO werden hierbei als Treiber gesehen. Unterstützung suchen die produzierenden Unternehmen vorrangig bei den Branchenverbänden der Hersteller, Lieferanten und Betreiber von Maschinen und Anlagen (85 Prozent) gefolgt von Zulieferern sowie Industriekonsortien.

Der VDMA handelt

Das Competence Center Industrial Security hat im Frühjahr 2017 seine Arbeit aufgenommen. „Nun ist es wichtig, dass die Betreiber vernetzter Maschinen und Anlagen sich in Zukunft nachhaltig mit der Security in der Produktion beschäftigen und Security als einen Nutzen für Verfügbarkeit, Vertraulichkeit und Integrität statt Kostenfaktor sehen“, betonte Zimmermann. Nächste Schritte des VDMA sind ein Projekt zu „Security by Design“ und die Steigerung des Bekanntheitsgrades einschlägiger Standards.

Über das VDMA Competence Center Industrial Security

Das VDMA Competence Center Industrial Security bündelt die Aktivitäten des Verbandes zur Informationssicherheit, zu Security in der Produktion und zur Security in Maschinenbauprodukten in den Arbeitsfeldern Politik, Forschung, Standardisierung und Transfer. Weitere Informationen finden Sie unter: http://industrialsecurity.vdma.org
 

Fragen zum Thema beantwortet Ihnen Steffen Zimmermann, Leiter VDMA Competence Center Industrial Security, Tel. 069 6603-1978, E-Mail: steffen.zimmermann@vdma.org. Bei Fragen zur Studie kontaktieren Sie Guido Reimann, VDMA Software und Digitalisierung, Tel. 069 6603-1258, E-Mail: guido.reimann@vdma.org.